Kennst du das? Dein Teenager scrollt stundenlang durch TikTok oder Instagram, und plötzlich kommen Sprüche wie:
„Mama, ich mach jetzt ‚No-Carb‘ – das hat diese Influencerin auch gemacht!“
Oder: „In drei Tagen 5 Kilo verlieren? Das probier ich mal.“

Und du denkst dir nur: „Oh nein, wo hat er/sie DAS denn jetzt wieder her?“

Die sozialen Medien sind voll von scheinbar perfekten Körpern, „Wundermethoden“ und gefährlichen Diät-Hacks. Für Teenager, die sowieso mitten in der Identitätsfindung stecken, kann das ein echtes Minenfeld sein.

Doch was tun, wenn TikTok & Co. das Körperbild deines Kindes beeinflussen? Wie reagieren, ohne dass dein Teenie sofort dichtmacht oder denkt: „Die Alten haben ja eh keine Ahnung“?

Genau darüber sprechen wir heute – ehrlich, alltagstauglich und lösungsorientiert.


Warum sind Teenager so anfällig für Diät-Trends?

Klar, als Erwachsener denkst du vielleicht: „Ist doch offensichtlich, dass da viel Quatsch dabei ist!“ Aber für Jugendliche sieht das anders aus. Warum?

1. Identitätsfindung & Unsicherheit

Teenies vergleichen sich ständig. Wer bin ich? Wie komme ich an? Bin ich „gut genug“? Und wenn dann täglich makellose Körper auf dem Bildschirm auftauchen – oft bearbeitet, gefiltert, idealisiert – entsteht schnell der Eindruck: „So müsste ich auch aussehen.“


2. Schnelle Lösungen statt langfristiges Denken

Die Versprechen der Social-Media-Diätwelt klingen verlockend:

  • „In 7 Tagen zum Traumkörper!“
  • „Detox für den perfekten Bauch!“
    Wer in diesem Alter ungeduldig ist, springt gerne auf solche Trends auf.

3. Algorithmen verstärken den Effekt

Einmal auf ein Video zum Thema Ernährung, Abnehmen oder Fitness geklickt – und schon spült TikTok ähnliche Inhalte immer wieder in den Feed. Das verstärkt das Gefühl: „Alle machen das so, also muss ich auch.“


Welche Diät-Trends kursieren aktuell auf TikTok & Co.?

Hier mal ein paar Beispiele, die (leider) regelmäßig auftauchen:

  • Extreme Kaloriendefizite (oft nur 800–1000 kcal pro Tag!)
  • „What I eat in a day“ Videos mit viel zu wenig Nährstoffen
  • Intermittierendes Fasten für 14- bis 16-Jährige
  • No-Carb- oder Keto-Diäten ohne Rücksicht auf Wachstum
  • Detox-Tees, Abnehm-Shakes & Co.

Viele dieser Methoden sind nicht nur unnötig, sondern richtig gefährlich – vor allem in der Wachstumsphase!


Was können Eltern konkret tun, wenn der Teenie Diät-Ideen übernimmt?

Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Ein offenes Verbot oder Augenrollen bringt wenig. Hier ein paar erprobte Strategien:


1. Ruhig bleiben & erst mal zuhören

Auch wenn dir innerlich alle Alarmglocken schrillen – atme durch. Frag nach:

  • Warum interessiert dich das?
  • Wie bist du darauf gestoßen?
  • Was versprichst du dir davon?

Teenies möchten ernst genommen werden. Wenn du sofort abblockst, machen sie eher dicht.


2. Gemeinsam hinterfragen – ohne zu werten

Mach aus der Sache eine kleine Detektivarbeit:

  • Wer steckt hinter dem Trend?
  • Ist das eine Fachperson oder einfach jemand mit vielen Followern?
  • Wie realistisch sind die Versprechen?
  • Welche Risiken werden vielleicht verschwiegen?

Viele Jugendliche sind durchaus bereit, kritisch zu denken – wenn man sie nicht bevormundet.


3. Den Fokus aufs Wohlbefinden lenken, nicht aufs Aussehen

Statt „Du brauchst keine Diät!“ (was Teenager eh nicht hören wollen) lieber:

  • „Wie fühlst du dich in deinem Körper?“
  • „Wie viel Energie hast du beim Sport, in der Schule?“
  • „Was könnte dir langfristig guttun?“

Ziel: Gesundheit, Kraft, Lebensfreude – nicht Gewicht und Kalorien.


4. Vorbild sein (ohne Zwang)

Wenn zu Hause normal, abwechslungsreich und ohne Diät-Wahn gegessen wird, prägt das.
Koch gemeinsam, sprich locker über Lebensmittel, ohne „gute“ und „schlechte“ Kategorien. Und: Keine ständigen negativen Kommentare übers eigene Gewicht (Eltern sind oft unbewusste Vorbilder!).


5. Seriöse Quellen zeigen

Vielleicht schaut ihr euch zusammen mal Accounts an, die:

  • Aufklärung über Ernährung bieten (wissenschaftlich fundiert!)
  • Körpervielfalt zeigen
  • Auf Selbstliebe und Akzeptanz setzen

Der Algorithmus füttert schließlich, was man ihm gibt.


6. Bei Bedarf: Experten ins Boot holen

Wenn du merkst, dass dein Teenie sich extrem einschränkt, heimlich fastet oder Essverhalten besorgniserregend wird – zögere nicht, professionelle Hilfe zu holen (Ernährungsberaterinnen, Psychologinnen, Kinderarzt).


Meine persönliche Erfahrung: Der Insta-Filter im Kopf

Ich erinnere mich noch gut: Meine kleine Cousine (damals 15) wollte plötzlich „detoxen“. Kein Brot mehr, nur Smoothies – inspiriert von irgendeinem Influencer. Statt zu sagen „Das ist Schwachsinn“, hab ich sie gefragt, ob sie Bock hat, mal gemeinsam zu schauen, was wirklich in diesen Smoothies steckt.
Lange Rede, kurzer Sinn: Sie hat ziemlich schnell gemerkt, dass sie davon eher schlapp wird – und dass ein leckeres Sandwich nach dem Training mehr bringt. Ganz ohne Belehrung.


Fazit: Was tun, wenn Teenager von Diät-Trends beeinflusst werden?

Die wichtigste Botschaft: Nicht Panik bekommen. Aber auch nicht ignorieren.

Mit ruhigem Zuhören, echtem Interesse und kritischem Hinterfragen kannst du deinem Kind helfen, Diät-Mythen zu entlarven – ohne das Gefühl zu geben, es würde „überreagieren“.
Und wenn das Thema tiefer sitzt? Dann lieber frühzeitig externe Unterstützung suchen.

Was tun, wenn Teenager von Diät-Trends auf TikTok & Co. beeinflusst werden?

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